Was ist Yoga?

Man sagt, daß Yoga weit mehr als 5000 Jahre alt ist und seine Wurzeln im indischen Raum liegen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts brachten Yoga-Meister die Lehre nach Europa und Amerika.

 

Das Wort Yoga kommt aus dem Sanskrit und wird unterschiedlich übersetzt. Es bedeutet anschirren, anjochen, verbinden oder auch vereinigen. Im Yoga geht es darum, in höhere Bewußtseinsebenen vorzudringen, hinter die „Fassade“ zu schauen und zu erkennen wer wir wirklich sind.

 

Durch das Praktizieren von Yoga können auch schlafende Fähigkeiten geweckt werden.

 


 Yoga ist kein Sport, sondern ein uraltes Übungssystem, eine ganzheitliche Lebensphilosophie, welche Körper, Geist und Seele anspricht und in die Balance bringt. Das ist gemeint, wenn man von anschirren oder anjochen spricht. Körper, Geist und Seele vereinigen, verbinden. Dieses Übungssystem besteht aus verschiedenen Elementen, wie zum Beispiel Atem-, Meditations- und Konzentrationsübungen. In der westlichen Welt nehmen vor allem die Asanas (Körperübungen) einen großen Teil des Yoga ein.


Yogapfade

Es gibt viele Menschen mit vielen Facetten. Nicht alles ist für Jeden gleichermaßen geeignet oder interessant. Und so haben sich

im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Yogawege oder -pfade gebildet:

 

Raja Yoga: Der Älteste, sogenannte königliche (Rāja) Yogaweg. Wer seinen Geist bezwingen kann, ist ein wahrer Herrscher. Raja Yoga wird auch

als der „achtstufige Pfad“ (Ashtanga-Yoga des Patanjali) bezeichnet. Es ist der Weg der Meditation, der Geisteskontrolle, der Achtsamkeit und des mentalen Trainings.

 

Jnana Yoga: Der Weg des Wissens & der Philosophie. Jnana Yoga stellt Fragen. Wer bin ich? Woher komme ich? Was ist der Sinn des Lebens? Jnana Yoga ist auch das Studieren der alten Schriften z.B. der Veden oder der Upanishaden.

 

Kundalini Yoga: Der Yoga der Energie und ein Teil des Raja Yoga.

Man beschäftigt sich mit dem Astralkörper. Chakras (Energiezentren) und Nadis (Energiekanänle) werden gereinigt, harmonisiert und geöffnet. Die Lebensenergie (Prana) erhöht sich. Am Ende steht das Erwachen der machtvollen Kundalini-Energie und damit können außersinnliche Erfahrungen, ein erweitertes Bewußtsein oder eine Entfaltung neuer Fähigkeiten verbunden sein.

 

Hatha Yoga: Der im Westen wohl bekannteste Weg. Hatha ist Körperorientiert und so nehmen hier die Asanas (Yoga-Stellungen) einen großen Raum ein. Aber auch Pranayama (Atemtechniken) und Entspannung (Meditation) gehören dazu. Hatha Yoga ist ein Teil des Kundalini Yoga. Die Silbe Ha steht für Sonne (Kraft,erhitzend) und die Silbe Tha für Mond (Stille,kühlend). Gegensätze werden in Einklang gebracht und das Gleichgewicht hergestellt.

 

Karma Yoga: Der Weg des Selbstlosen Dienstes oder der Tat. Unser Handeln steht im Mittelpunkt, wobei man weder an Erfolg noch an Misserfolg hängt. Im Karma Yoga geht es darum, daß Schicksal als Chance zu begreifen, seine innere Haltung zu ändern oder seine Taten dem Göttlichen zu widmen. Das Ego kann transzendiert werden.

 

Bhakti Yoga: Der Weg der Herzensöffnung, der Liebe und der Hingabe an Gott. Bhakti ist Liebe um der Liebe willen. Zu den Techniken des Bhakti Yoga gehören Gebete, Rituale und das Singen oder rezitieren von Mantren bzw. heiligen Silben. Aber auch das Lesen von Gottesgeschichten oder ganz neuzeitlich das Anschauen von Videos.

 

Fünf Säulen

Yoga ist ein Weg zur Ganzheitlichkeit und besteht aus fünf Säulen:

 

Asanas – Körperstellungen

Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung eine Zeit lang ruhig gehalten wird. Sie mobilisieren jedes Körperteil. Dadurch werden die inneren Selbstheilungskräfte aktiviert, der Körper gestärkt und der Geist ruhig und zentriert.

 

Pranayama – Atemübungen

Mal belebend, mal beruhigend, helfen sie Körper, Geist und Verstand zu fokussieren. Durch bewusste Atemtechniken, Training und Steuerung des Atems kann man die eigene Gemütsverfassung und den Geisteszustand in eine positive Schwingung bringen.

 

Shavasana – Entspannung

Während der Tiefenentspannung werden systematisch alle Teile des Körpers und des Geistes gelockert. Dabei werden Stresshormone abgebaut, Glückshormone ausgeschüttet und Energien aufgebaut. Ein allgemeines Wohlbefinden tritt ein. Shavasana hilft, geistige Klarheit und innere Ausgeglichenheit zu erlangen.

 

Mitahara – Ernährung

Gesunde und leicht verdauliche Ernährung ist ein wichtiger Teil des Yoga. Yogische Ernährung ist rein vegetarisch und besteht hauptsächlich aus frischen, unbehandelten Lebensmitteln. Sie versorgt den Körper mit allen lebensnotwendigen Stoffen und erhält ihn locker und geschmeidig.

 

Positives Denken und Meditation

Yogis glauben, daß unsere Gedanken die Quelle aller manifesten Erscheinungen und Erfahrungen ist. Darum gehört zum Hatha Yoga auch die bewusste Steuerung des Denkens. Durch Entspannung, Konzentration und positive Affirmationen lernt man, seinen Geist positiv zu stimulieren.

Yoga Wirkt

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Yoga auch von der Wissenschaft erforscht. Die englischsprachige Datenbank für medizinische Artikel, PubMed, listet mehr als 2000 Veröffentlichungen zum Thema Yoga auf. Einige dieser Ergebnisse:

 

Bluthochdruck: Yale-University: Aufgrund ihrer regelmäßigen Yoga-Paxis, konnten Bluthochdruck-Patienten ihre Medikamenten-Dosis reduzieren.

 

Nackenschmerzen: Charité Berlin: 1 Mal pro Woche Yoga brachte eine wesentlich größere Besserung der Rückenleiden als eine Rückenschule.

 

Rückenschmerzen: University of Washington, Seattle: Fast 80% der Testpersonen, die ein halbes Jahr mindestens ein Mal pro Woche Yoga gemacht hatten, konnten anschließend auf Schmerzmittel verzichten.

 

Stress: University of California, Los Angeles: Viele Studienergebnisse legen nahe, daß Yoga, bei Stress und Stimmungsschwankungen, die positive Wirkung von Sport noch übertrifft. Gesundheitsempfehlung vieler Forscher: leichtes Ausdauertraining fürs Herz plus Yoga fürs Gemüt.

 

Schlaf: Harvard University, Boston: Die Schlafqualität, der Gruppe die Yoga übte, verbesserte sich deutlich gegenüber der Gruppe, die an einer Schlafberatung teilgenommen hatte.

 


Eine Übersicht der Studien über Yoga und die vielfältigen Wirkungen findet man auch auf: http://wiki.yoga-vidya.de/Wissenschaftliche_Studien